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Die Modekette H&M und das Haus am Markt in Bensheim

BensheimIn einen Artikel vom 28. November informierte der Bergsträßer Anzeiger ausführlich über die Infoveranstaltung  zum Haus am Markt und die geplante Zukunft dieses Gebäudes.

Quintessenz der Veranstaltung sollte es wohl sein, dass die Bensheimer Innenstadt nur mit einer großen Modekette Zukunft habe. Die Nummer zwei der Wäschemarken in Deutschland H&M sei hierfür am besten geeignet. Dies wurde dann auch von Stefan Beer „untermauert“. Der kennt sich offensichtlich aus in solchen Dingen, denn seine Firma habe bereits zehn Häuser für H&M realisiert und eine Machbarkeitsstudie für Bensheim erstellt. Ob nun die Zukunft der Bensheimer Innenstadt allein mit diesem Konzept gerettet werden kann, sei dahin gestellt.

Ich möchte an dieser Stelle auf eine andere Seite von H&M eingehen. Der Konzern besitzt keine eigenen Produktionsstätten, sondern lässt die Ware vor allem in Asien zum Beispiel in Indien, Pakistan und  Sri Lanka produzieren. In der Vergangenheit sei die schwedische Textilkette wegen unzumutbarer Arbeitsbedingungen in den Textilfabriken in Bangladesch, China oder Äthiopien in die Kritik geraten.

Ein Beispiel aus Dhaka in Bangladesch (Stern vom 27.November 2014): „…Die Menschen haben zehn, zwölf Stunden oder sogar noch mehr geschuftet, damit Europäer so schnell wie möglich die neusten Modetrends tragen können. Denn die Näherinnen schneidern für einen Zulieferer der schwedischen Modekette H&M…“ Laut ARD Markencheck zahlt der Konzern den Mindestlohn, knapp 50 Euro im Monat. Experten fordern mindestens  65 Euro im Monat, um den Arbeitern und Arbeiterinnen ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen.

In einem Artikel vom 22.3.2015 berichtet huffintonpost.de über viele Missstände. An dieser Stelle nur einige Beispiele:

„Es ist noch nicht lange her, da haben Reporter Produktionsstätten und Färbereien in Bangladesch besucht. Betriebe, die 12-jährige Kinder beschäftigen und offenbar großen gesundheitlichen Gefahren aussetzen.“

„Mitarbeiter der Initiative Clean Clothes Campaign (CCC) haben in Produktionswerken in der Türkei, in denen auch H&M Hosen fertigen lässt, festgestellt, dass zur Erzeugung des Used-Looks bei Jeans Kaliumpermanganat eingesetzt wird“

„Nach einer Studie der Clean Clothes Campaign lässt H&M in mehreren Werken in Rumänien, Bulgarien und der Türkei Kleidung fertigen, für die Arbeiter Löhne erhalten, die unterhalb der Armutsgrenze liegen. Bettina Musiolek von CCC sagt: „Das Geschäftsmodell von H&M ist tödlich für Arbeitsbedingungen.“

Und auf handlesblat.com vom 30.10.2014 wurde folgendes berichtet:  „Der Konzern ist so aufgebaut, dass die Tochterfirmen in den Produktionsländern lediglich die örtlichen Produzenten koordinieren. Die Kleidung wird hingegen ausschließlich für und auf Kosten von H&M in Schweden hergestellt. Dort, wo produziert wird, verdient H&M also kein Geld. Durch diesen simplen – und völlig legalen – Trick zahlt das Unternehmen keinen Cent an die Länder, in denen es produziert. Teilhabe am Erfolg: Fehlanzeige”

Die hier genannten Vorwürfe zeigen eine andere, andere negative Seite von H&M. Aber gerade diese muss bei der anstehenden Entscheidung zum Haus am Markt eine wichtige Rolle spielen.

Günter Löffler

 

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