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DGB: Nein zu H&M in Bensheim

DGB Ortsverband kritisiert die Pläne der Stadt Bensheim

Bensheim: Marktplatz
Bensheim: Haus am Markt

Der Ortsverband kritisiert die Pläne der Stadt Bensheim, insbesondere die CDU, mit der Modekette H&M den Marktplatz  „beleben“ zu wollen. Die Argumentation, damit speziell junge Leute anzulocken, ist nicht nachvollziehbar. „Es handelt sich hier um eines der umstrittensten Unternehmen in der Textilindustrie“, sagt die DGB-Vorsitzende Jutta Mussong-Löffler.  Sowohl C&A, bereits in der Fußgängerzone, als auch  Billiganbieter KiK, sind in Bensheim vertreten und sind ebenso tief in die Machenschaften der blutigen Deals der Textilindustrie verstrickt.

Die Einkaufspraktiken dieser global agierenden Unternehmen wie H&M, El Corte Inglés, Wal-Mart oder auch großer Sportartikelfirmen wie Puma, Nike und adidas sind eine der Hauptursachen für die oft ausbeuterischen Arbeitsbedingungen am unteren Ende der Lieferkette. Wenn auch H&M versichert, nichts damit zu tun zu haben, so üben ihre Einkaufsteams Druck auf die Zulieferer in den Entwicklungsländern aus und verlangen immer billigere und schnellere „Just-in-time“-Lieferungen. Die Zulieferer wälzen dann den Druck auf die Arbeiter/-innen in ihren Betrieben ab. Dies führt zu Überstunden, Hungerlöhnen und unsicheren Arbeitsverhältnissen. So ist das vom Bürgerkrieg schwer erschütterte Myanmar ein neuer Produktionsstandort des schwedischen Textilriesen, der dort zu 90% Frauen  unter extrem menschenunwürdige Arbeitsverhältnisse Klamotten herstellen lässt. Erst kürzlich wurde bekannt, dass in der Türkei für H&M und  anderen Marktführern illegal syrische Minderjährige beschäftigt wurden.

Angesichts von 2,5 Millionen geflüchteten Menschen, gibt es faktisch kaum oder spärliche  Kontrollen.  Während Menschenrechtsorganisationen wie Oxfam, ILO, Amnesty International und Gewerkschaften härtere Kontrollen in den Produktionsländern fordern, werben Bensheimer Kommunalpolitiker selbstgefällig für einen weiteren Billiganbieter, um den Markplatz aufzupeppen.

Bereits im Dezember haben DGB-Vertreter in einem persönlichen Gespräch gegenüber dem Bürgermeister Rolf Richter ihre Vorbehalte geäußert. Jugendliche Käufer anlocken zu wollen, bedeutet zum einen, den unheilvollen Kreislauf von Ausbeutung und Armut fortzusetzen und zum anderen, den Profit in den Vordergrund zu stellen. Jutta Mussong-Löffler: „Dies passt einfach nicht zu einer Fair-Trade-Stadt.“ Während die CDU den Markplatz wiederbeleben will, gehen in anderen Ländern  Menschen zugrunde. Gerechte Löhne und faire Arbeitsbedingungen stehen allen Menschen zu, schließt der Bericht.

Jutta Mussong-Löffler

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