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Biblis: Zwischenlager und Castoren: Auf Dauer sicher?

Gemeinsame Veranstaltung von AK.W.ENDE und MenschenrechtsInitiative

„Ewig“, antwortete Kraftwerksleiter Kemmeter vor einem Jahr einer Besuchergruppe des Standort-Zwischenlagers am AKW Biblis auf die Frage, wie lange denn die Brennelemente in den Castor-Behältern lagern könnten. Für den Menschenrechtler und Atomkraftgegner Rainer Scheffler „zynisches Gerede“ vor dem Hintergrund eines Zeitplans, den die Endlager-Kommission des Bundestages im Sommer mit ihrem Abschlußbericht veröffentlichte. Danach ist mit der Entscheidung für einen Endlager-Standort frühestens 2058 zu rechnen. Eine mögliche Einlagerung des hochradioaktiven Atommülls soll „ab 2117 oder später“ erfolgen. „Damit wird klar, dass das Standort-Zwischenlager in Biblis zum „Dauerlager“ wird – mit allen Gefahren und Risiken“, konstatierte Scheffler bei einer gemeinsamen Veranstaltung der Bürgerinitiative AK.W.ENDE Bergstrasse und der MenschenrechtsInitiative Bergstrasse e. V. / MIB.

Niemand könne heute aufgrund fehlender praktischer Tests über längere Zeiträume mit hochradioaktivem Inventar sagen, wie lange die ursprünglich als Transportbehälter konzipierten Castoren ihre Dichtigkeit behalten und welche Folgen etwa die Versprödung der Castor-Innenbehälter durch permanenten Neutronen-Beschuß auf Dauer haben wird. Eine Entladung oder Reparatur sei nur in speziellen Konditionierungsanlagen („heisse Zellen“) möglich, die aber weder in Biblis noch anderswo existieren. Vor dem Hintergrund des Zeitplans und der Tatsache, dass die Kommission den Salzstock Gorleben weiterhin als mögliches Endlager ansehe und auch namentlich nenne, sehen AK.W.ENDE und MenschenrechtsInitiative „die große Gefahr, dass man trotz neuer Studien und fachlicher Einwände unabhängiger geologischer Gutachten, die u.a. ein fehlendes Deckgebirge, potentielle Durchlässigkeit für Flüssigkeit, Gasvorkommen und geologische Störungen und Veränderungen über lange Zeiträume nennen, aus Zeit- und Kostengründen auf Gorleben als Endlager zurückgreift. Das wäre verheerend, weil es um eine Million Jahre Sicherheit geht.“
Die Frage eines Zuhörers zum Ende der Veranstaltung, die die Organisatoren als Auftakt zu einer Informationsreihe verstehen, betraf den Katastrophenschutz. Nach der Katastrophe von Fukushima ließ das zuständige Bundesamt für Strahlenschutz prüfen, ob die Katastrophenschutzpläne hierzulande überarbeitet werden müssten. Von einer Umsetzung entsprechender Empfehlungen in Hessen sei nichts bekannt, so AK.W.ENDE und MenschenrechtsInitiative. „Vor dem Hintergrund einer Dauerlagerung von hochradioaktivem Atommüll und des in naher Zukunft beginnenden AKW-Rückbaus in Biblis mehr als grob fahrlässig.“
Rainer Scheffler
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