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Textil-Sklaven mitten in Europa

MenschenrechtsInitiative Bensheim MIB e.V.:

unerträglichen Arbeitsbedingungen für Millionen Arbeiterinnen und Arbeiter in der Textilindustrie

Bangladesh, Pakistan, Indien, China und Myanmar (Birma) sind zweifellos die „Hot Spots“ bei der Kritik an unerträglichen Arbeitsbedingungen für Millionen Arbeiterinnen und Arbeiter in der Textilindustrie. Bei ihren Veranstaltungen in Bensheim zu diesem Thema haben die Kooperationspartner MenschenrechtsInitiative Bergstrasse e. V. / MIB und DGB Bensheim immer darauf verwiesen, dass sich diese Arbeitsbedingungen jedoch nicht nur im fernen Asien sondern auch in Europa finden.Im Osten der Türkei, in der Ukraine, in Georgien und Moldawien sowie in den EU-Mitgliedsländern Rumänien und Bulgarien werden teilweise extrem niedrige Löhne gezahlt, die nicht zum Leben reichen. „In den letzten Jahren“, so MIB-Sprecher Rainer Scheffler, „gibt es allerdings auch immer wieder Berichte aus Italien, in denen von mafiösen Textilfabriken mit sklavenähnlichen Arbeitsbedingungen die Rede ist.“
Jetzt wurde der Fall eines aus Bangladesh stammenden Textilarbeiters bekannt, der mit Leidensgenossen und mit Hilfe italienischer Gewerkschafter und Menschenrechtsaktivisten die Zustände in „seiner“ Fabrik öffentlich machte und dafür sorgte, dass die italienische Antimafia-Einheit DDA den ebenfalls aus Bangladesh stammenden Fabrikbesitzer und seine Komplizen verhaftete. Scheffler: „Emdadur H. wurde 2011 mit Versprechungen nach Europa gelockt und von Rom aus in eine Kleinstadt nördlich von Neapel gebracht. Der Pass wurde ihm entzogen. Das Leben vor Ort organisierten Bengalen, die mit rund 70 Textilfabriken gemeinsam mit der regionalen Camorra ein dichtes Netz gespannt hatten, in dem etwa 1.000 Arbeiter aus Bangladesh unter sklavenähnlichen Bedingungen arbeiteten. Trotzdem fanden einige den Mut zum Protest, gingen an die Öffentlichkeit und konnten sogar Papst Franziskus im März 2015 bei seinem Besuch in Neapel einen Brief übergeben, in dem sie ihre Situation schilderten. Der Papst lud sie daraufhin in den Vatikan ein. Mit Hilfe von Anwälten kam 2016 ein Verfahren ins Rollen, das von einem Anti-Mafia-Staatsanwalt aus Mailand geleitet wird. Die Anklage gegen den Fabrikbesitzer und seine Komplizen lautet auf Menschenhandel und Ausbeutung von Arbeitskraft in Verbindung mit Sklaverei und Bildung einer mafiösen Vereinigung. Den Opfern von Menschenhandel wurden aufgrund einer EU-Richtlinie Aufenthaltstitel in Italien zugesprochen. Sie sind nicht mehr illegal im Land.“
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