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MIETEN IN BENSHEIM – ES LAUERT DIE ARMUTSFALLE

WOHNEN IN BENSHEIM – TEIL3

Prekäre Beschäftigungsverhältnisse, niedrige Lohnabschlüsse, Absenkung des Rentenniveaus und steigende Mietpreise sind eine schlimme Mischung. Sie verursachen eine Absenkung des Lebensstandards und zunehmende Verarmung vieler Menschen. Dies gilt auch für Bensheim.  Selbst dann, wenn das äußere  Erscheinungsbild ein anderes ist.  Nicht nur für kinderreiche Familien oder Rentner und Rentnerinnen, auch für alleinstehende Personen mit einem Durchschnittseinkommen sind die Mieten viel zu hoch und für viele unbezahlbar. Den Betroffenen bleibt oft nichts anderes übrig, als  in eine andere Stadt oder Gemeinde zu ziehen.

Seit Jahrzehnten haben alle von der CDU geführten Mehrheitsfraktionen versäumt,  bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Auch die jetzige „Stadtregierung“, eine Art Einheitspartei aus CDU, GLB und BfB, zeigt wenig Interesse, aktiv zu werden. Im Gegenteil! Denn derzeit entstehen hunderte hochpreisige Eigentumswohnungen und Einfamilienhäuser.  Sie sind teuer und für die meisten Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt unbezahlbar. Teilweise  entstehen hässliche Wohnviertel, wie zum Beispiel am ehemaligen Euler-Gelände.Die Quadratmeterpreise liegen bei 4.500€ und mehr. Ungefähr 400 solcher Einheiten sollen in den kommenden drei Jahren entstehen. Die meisten sind schon jetzt verkauft.

Kaum Sozialwohnungen

Mit maximal 100 Wohnungen, wird der Bau von neuen Sozialwohnungen bescheiden ausfallen. Um den Bedarf zu decken, müssten jährlich mindestens 100 neue Sozialwohnungen geschaffen werden.

Aktuell soll es in Bensheim 1728 Sozialwohnungen geben. Wobei sich laut BA vom 22.10.2016 nur noch 534 in Mietpreisbindung befinden. Anspruch auf eine Sozialwohnung haben nur Menschen, deren Einkommen eine bestimmte Grenze nicht überschreitet.  Für einen Einpersonenhaushalt liegt diese bei jährlich 15.327 EUR und für einen Zweipersonenhaushalt bei 23.254 EUR. Jede weitere zum Haushalt gehörende Person wird mit 5.285 EUR berechnet.

Was bedeuten diese Zahlen zum Beispiel für einen Vierpersonenhaushalt?

Das zulässige Einkommen der Familie darf nicht höher als 33.842 EUR sein. Angenommen, Miete und Nebenkosten sollen nicht mehr als 30 Prozent des Jahreseinkommens ausmachen, ergibt sich eine  Miete einschließlich Nebenkosten von maximal 845 EUR im Monat. Bei einem durchschnittlichen Anteil der Nebenkosten von 2,80 EUR/m² und vorhandenen 80 Quadratmeter Wohnfläche wird die Kaltmiete 621 EUR betragen. Dies entspricht einem Mietpreis von 7,77 EUR/m². Da aber alle Sozialwohnungen schon vermietet sind, muss sie sich eine Wohnung auf dem freien Markt suchen. Dort findet sie, wenn sie Glück hat, eine passende Wohnung für 10 EUR/m² zuzüglich Nebenkosten. Die Kosten der Mietwohnung liegen dann bei 38 Prozent ihres Jahreseinkommens. Der Familie bleibt pro Monat ein Betrag von 1.800 EUR zum Leben. Sie befindet sich in der Armutsfalle.

Übrigens –  auch in Deutschland lässt sich eine Immobilienblase nicht „verbieten“.  Preise von 4.500 EUR/m² für die oben beschrieben Wohnungen sind maßlos. Sie haben nichts mit dem tatsächlichen Wert der Wohnungen zu tun und sind weit  weg vom Gebrauchswert. Die Bereitschaft maßlose Preise zu zahlen, fördert eine mögliche Preisblase. Auch die fehlende Regulierung des Immobilienmarktes kann dazu beitragen. In bestimmten Regionen und Städten in Deutschland sind die Preise für Immobilien innerhalb von fünf Jahren um 30 Prozent gestiegen. Auch dies zeigt, dass hier weit über Wert verkauft wird. Was passiert, wenn die Käufer ihren Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen können? Dann können sie ihre Kredite eben nicht mehr zurückzahlen. Es folgt die Privatinsolvenz und die Zwangsversteigerung. Die Immobilienpreise gehen in den Keller. Aber zu diesem Thema mehr in einem anderen Artikel.

Liesen sie auch Kaufleute, Stadt und Steuerzahler und Rendite vor Gemeinwohl sowie Bensheim: Geschäftsmodell und Business Unit

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