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Textilbündnis: Noch keine Verbesserungen

MenschenrechtsInitiative kritisiert fehlende Verbindlichkeit

Rainer Scheffler, MenschenrechtsInitiative Bergstrasse e. V. / MIB
Was vor drei Jahren ambitioniert begann, droht jetzt „zum Spiel auf Zeit zu Lasten der Textilarbeiterinnen und -arbeiter zu werden.“ So jedenfalls schätzt die MenschenrechtsInitiative Bergstrasse e. V. / MIB den aktuellen Entwicklungsstand des von Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) im Oktober 2014 als Reaktion auf den Einsturz des Fabrikkomplexes Rana Plaza in Bangladeshs Hauptstadt Dhaka gegründeten Textilbündnisses ein: Ein Zusammenschluß aus Firmen, Bundesregierung, Verbänden und Entwicklungsorganisationen. Bei dem Einsturz starben seinerzeit über Tausend Beschäftigte, die teilweise auch für deutsche Firmen und Textilketten nähten. Die Intension des Bundesentwicklungsministers war richtig, konstatiert Rainer Scheffler, Sprecher der MIB. „Wir wollen keine Kleidung…., für die andernorts Menschenrechte mit Füßen getreten, Menschen ausgebeutet oder vergiftet werden“, so Müller bei der Vorstellung des „Bündnis für nachhaltige Textilien“ im Oktober 2014, dem zunächst 29 Firmen und Verbände angehörten. Weiter schreibt die MenschenrechtsInitiative: „Umfasste das Textilbündnis Ende 2016 noch 190 Mitglieder, sind es aktuell noch 148. Kürzlich tagte der Steuerungskreis des Bündnisses, der erstmals konkrete freiwillige Verbesserungsziele und Umsetzungsschritte der Mitgliedsfirmen („Road maps“) bewertete. Eine externe Beraterfirma soll später die Pläne auf Plausibilität prüfen. Eine Veröffentlichung ist jedoch vorerst offenbar nicht geplant.“
MIB-Sprecher Rainer Scheffler: „Konkrete Verbesserungen der Arbeits- und Umweltbedingungen in den Fabriken gab es indes bislang nicht. Als Ende 2016 Beschäftigte in Bangladesh für bessere Arbeitsbedingungen und eine Erhöhung des Mindestlohns streikten, der seit 2014 bei etwa 59 Euro im Monat liegt, antworteten die Fabrikbesitzer mit Aussperrungen und Entlassungen. Streikende wurden verhaftet.“ Für die MIB ein zentrales Problem: „Die erstellten „Road maps“ setzen vielfach auf Lohnerhöhungen durch Verhandlungen zwischen Fabrikbesitzern und Gewerkschaften. Viele Fabrikbesitzer dulden jedoch keine Gewerkschaften in ihrem Unternehmen und werden dabei vom mächtigen Textilindustriellen-Verband BGMEA unterstützt.“
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